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Die Idee |
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Die Konzeption und Philosophie des Griechischen Hauses hat sich, ebenso wie sein Besucher, im Laufe seines Bestehens verändert. Griechen, die einst zum Arbeiten nach Deutschland kamen, haben mittlerweile Familien gegründet, viele griechische Kinder gehen auf deutsche Schulen, binationale Ehen wurden geschlossen, die erste Gastarbeitergeneration ist heute im Seniorenalter. Das Leben von damals und das Leben von heute unterscheiden sich sehr — viele Aspekte sind jedoch auch gleich geblieben. Das Griechische Haus war immer darum bemüht, sich den Lebenslagen und Bedürfnissen der Bevölkerung anzupassen, darauf zu reagieren, aber auch im Vorfeld zu agieren. Viele Themen sind heute weniger aktuell, dafür sind neue Problemlagen entstanden.
Ein Beispiel: Die Arbeitslosigkeit ist unter Griechen sehr hoch, besonders schmerzlich wirkt es sich bei griechischen Jugendlichen aus, die weder ausreichend Ausbildungsplätze finden, noch später einen festen Arbeitsplatz.
Die aus dieser Lage entstehenden Probleme sind vielschichtig. Das Griechische Haus bietet eine Möglichkeit, sich damit aktiv auseinander zu setzen und indirekt auch Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Wir wollen ausländische Mitbürger nicht nur karitativ betreuen. Wir wollen ihnen vor allem auch eine Gelegenheit bieten, durch Informationen, Versammlungsmöglichkeiten und Selbstverwaltung ihre brennenden sozialen Probleme zu diskutieren und sie solidarisch in Eigeninitiative zu lösen. Das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe ist leitendes Motto unserer Arbeit.
Darüber hinaus dient das Griechische Haus als Begegnungsstätte für Deutsche, Griechen und Menschen anderer Nationalität. Der interkulturelle Austausch und Dialog steht hierbei im Vordergrund. Auf diese Weise wollen wir den Gedanken der Völkerverständigung praktisch umsetzen. nach oben |
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Stichwort Integration |
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Auch wenn die Integration der Griechen wichtige Fortschritte macht — vor allem nach der Erlangung politischer Rechte durch den Maastrichtvertrag — eines ist festzustellen: Noch haben wir einen langen Weg vor uns. Das Griechische Haus als Einrichtung möchte dazu seinen Beitrag leisten.
Unser Kulturverständnis bedeutet: Kultur ist nicht als Selbstzweck, sondern als Mittel zur Integrationsförderung und zur Stärkung und Ausprägung von Identitäten zu verstehen. Darum versuchen wir auch unter dem Gesichtspunkt der Sozialarbeit präventiv auf mehreren Problemfeldern zu wirken. Wir meinen, wenn wir Kultur und Soziales miteinander verbinden, können wir unseren Auftrag am besten erfüllen und unsere Ziele dadurch sehr unmittelbar erreichen - nämlich "Hilfe zur Selbsthilfe". Selbstbestimmung ist für uns kein Schlagwort, sondern wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration. nach oben |
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Die Ziele |
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Die Ziele des Griechischen Hauses ergeben sich aus der Migrationsgeschichte der Griechen, aus ihren Problemen, denen sie sich in ihrem alltäglichen Leben in Deutschland stellen müssen und aus ihren Hoffnungen und Wünschen, die sich auf ein Leben in Deutschland richten.
- Selbsthilfemöglichkeiten sollen aktiviert und Kooperationen gefördert werden
- die heimatliche Religion, Kultur und Sprache soll gepflegt werden
- die gemeinsame (oder die "auf fremden Boden") entstandene Kultur soll gepflegt werden
- kulturelle, historische, rechtliche oder soziale Informationsangebote sollen Identitäten fördern und stärken
- die deutsche Nachbarschaft soll unter Berücksichtigung ihrer Belange einbezogen werden
- Familien sollen unter Berücksichtigung der Verhältnisse in Deutschland gestärkt werden
- gemeinsame Verhaltensweisen im Spannungsfeld der Binationalität sollen vermittelt werden
- Angebote auf Stadtteilebene und stadtteilübergreifend sollen vernetzt werden
- die Nutzung von Angeboten anderer Einrichtungen (vor allem Einrichtungen des Evangelischen Dekanats) soll gefördert werden
- Gemeinwesenarbeit und Zusammenarbeit mit entsprechenden Initiativen soll vertieft werden
- der ökumenische Dialog und der Kontakt zwischen evangelischen und orthodoxen Christen soll gefördert werden
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Die Zielgruppen |
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Das Griechische Haus richtet sich an alle, die Interesse und Freude an interkulturellem Austausch haben. Wir wenden uns an Menschen, die sich für die Besonderheiten der griechischen Kultur ebenso interessieren wie für den Wandel der griechischen Kultur in Deutschland. Im Besonderen wollen wir, gerade mit unserem ständigen Angebot wie Sprachkursen oder unserer Bibliothek, Griechen und ihre Familien, die im Stadtgebiet oder in der Region wohnen, ansprechen. Ebenso gehören neueingereiste Griechen, Rentner, Kinder, Frauen, Jugendliche und binationale Familien zum engeren Kreis unserer Zielgruppe. Darüber hinaus sind wir ein interkulturelles Zentrum für Menschen verschiedener Nationalität. So treffen sich im Griechischen Haus zur Zeit Gruppen aus Italien, Iran, Kurdistan und Äthiopien. nach oben |
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Die Aufgaben |
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- Angebot von Deutsch- und Griechischkursen
- Vermittlung von Kontakten zur deutschen Bevölkerung
- Information zu gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und historischen Hintergründen der Ausländerbeschäftigung
- Information zu einschlägigen Rechts- und Erziehungsfragen
- Unterstützung der legalen Interessenvertretung in den Bereichen Schule, Berufsausbildung, Wohnen und Betrieb
- Einzelfallberatung (eingeschränkt)
- Aktive Freizeitgestaltung, Freizeit und Erholungsangebote
- Seminare zu gesellschaftlichen, kultur- und sozialpolitischen Themen
- Seminare zur Rechtssituation der Migranten unter Berücksichtigung der neuen Entwicklungen in Europa
- Initiierung kultureller Veranstaltungen, auch in Kooperation mit Einrichtungen auf Stadtteilebene
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Aus den Statuten |
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Aufgaben und Ziele des Griechischen Hauses
- Im Griechischen Haus nimmt die Evangelische Kirche Betreuungs- und Integrationsaufgaben für griechische Arbeitnehmer und ihre Familien wahr, denen sie sich im Rahmen der Arbeitsteilung zwischen den freien Wohlfahrtsverbänden besonders verpflichtet weiß.
- Darüber hinaus ist das Griechische Haus eine Begegnungsstätte, in der der Kontakt zwischen Deutschen und Griechen, aber gegebenenfalls auch mit anderen Nationalitäten gepflegt werden soll, um Vorurteile abzubauen und die gegenseitige Verständigung zu fördern. In diesem Sinne soll das Griechische Haus auch der ökumenischen Begegnung der Religionen dienen.
- Das Griechische Haus versteht unter Integration Hilfe zur Selbsthilfe und nicht passive Anpassung an die deutsche Kultur und Gesellschaft. Das Griechische Haus macht es sich deshalb zur Aufgabe, unsere ausländischen Mitbürger in das öffentliche Leben zu integrieren, sie bei der Artikulation ihrer berechtigten Interessen zu unterstützen, Missstände aufzudecken und sich für deren Beseitigung einzusetzen. Ferner soll den Besuchern des Griechischen Hauses die Möglichkeit geboten werden, ihre nationale Eigenart zu bewahren, ohne diese aber künstlich zu konservieren. Schließlich bietet das Griechische Haus auch Einzelfallhilfe an. Das Griechische Haus bemüht sich darüber hinaus durch alle seine Aktivitäten zur persönlichen Identitätsfindung beizutragen.
- Das Griechische Haus kann keinen parteipolitischen Aktivitäten zur Verfügung stehen, da es sich dem Prinzip parteipolitischer Unabhängigkeit verpflichtet weiß. Das Gebot der parteipolitischen Unabhängigkeit leitet sich auch von der beabsichtigten Breitenwirkung des Griechischen Hauses ab. Es richtet sich mit seinem Programm an alle griechischen Arbeitnehmer und Familienangehörige und darf deshalb nicht mit einer bestimmten politischen Gruppierung identifiziert werden — was zu einer einseitigen Selektion der Besucherschaft führen würde. Der Träger behält sich vor, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen, falls wider seinen Willen gegen dieses Prinzip verstoßen wird. Das schließt natürlich nicht aus, dass offene parteipolitische Auseinandersetzungen geführt werden können.
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